Ich bin Angreifbar

Heute ein guter Gastbeitrag über die Angriffe einiger Poster in den Kommentaren!

posted by Pirandello (FischundFleisch.com)

Ausnahmsweise möchte ich mich mal wieder in eigener Sache zu Wort melden, weil es in den letzten Tagen doch so einige Dinge über mich zu lesen gab, die mich zum Schmunzeln brachten, weil sie etwas mit meiner Art der Kommunikation hier zu tun hatten und mir zeigten, wie schnell man bestimmte Zuweisungen bekommt, die einen in eine bestimmte Ecke befördern sollen.

Ich werde darauf verzichten, mich auf Personen namentlich zu beziehen, weil das erstens nicht hilfreich ist und zweitens nur entweder Eitelkeit oder Beleidigtheit hervorruft.

Was heisst das also: ICH BIN ANGREIFBAR?

Ich habe eine bestimmte Vorstellung von Kommunikation, die in vielen Dingen sehr unterschiedlich zur Kommunikation in der Gesellschaft ist, mit ihren Distanzierungen und Girlanden und alten Überresten von höfischen Sitten.

Ich habe auch eine sehr eigene Vorstellung von „Beleidigung“, Beleidigung ist für mich schlichtweg gar nicht existent, denn Beleidigung braucht immer eine Prallfläche an Vorstellung und Erwartung, um aufprallen zu können und „picken“ zu bleiben.

Zusätzlich dazu braucht die „Beleidigung“ genügend Verweilzeit, um in der Reflexion des „Beleidigten“ erst einmal in diesen eindringen zu können.

Ich stelle keine Prallfläche zur Verfügung.

Ich nehme sofort die Energie des Gesagten und bringe es in den Fluß meiner eigenen Energie und dort wird es rasend schnell umgewandelt in was Neues, in Gold, in goldene Worte, in Absolutheit, in Zorn, in Entschlossenheit, in Wahrheit, in Direktheit und notfalls in PAUKENSCHLAG!

Ich bin immer wieder sehr überrascht über die „beleidigten“ Reaktionen, die dann zu diversen Zuweisungen führen:

„Kein Wunder, dass Dir alle aus dem Weg gehen“ zum Beispiel.

Eine Userin schreibt das einfach so hin.

Ich bin überrascht, fühl ich mich doch sehr geborgen und gut aufgenommen.

„Ständig beleidigst Du unter den Kommentaren von xy“ zum Beispiel.

Ich bin überrascht, weil ich mir gar nicht vorstellen kann, dass der User seit Mai 2016 alle Kommentare von xy gelesen hat.

„Überall gibst Du Deinen Senf dazu, ohne Argumente…..“

Das ist überhaupt eine beliebte Zuweisung.

Soll ich mir die Argumente mittels Rezept in der Apotheke abholen?

Mich interessieren Argumente überhaupt nicht.

„Argumente“ sind wie Krücken für Leute, die keine intakte Intuition mehr haben oder deren Instinkte nicht mehr funktionieren.

Ein neuer User kommt herangeschwommen und schmückt mich mit etlichen Titeln aus seiner eigenen Vorstellungswelt, er nennt mich Kalif, Emir oder gleich „Pascha“ Pirandello und erklärt mich taxfrei zum Gründer der Plattform FuF.

Ein anderer kommt herangeschwommen, hat nichts in seinem Profil und hat nichts anderes tun, als mit meinen Profilbeschreibungen herum zu spielen, weil er der Kommunikation nicht gewachsen ist.

Eine Userin, die von einer anderen Userin liebevoll „Zuckermaus“ genannt wird, bezeichnet mich als einen „lauten, leidenschaftlichen Schreihals“, der keine eigene Meinung hätte und folglich natürlich auch keinen eigenen Charakter.

—–

Ich könnte die Liste noch länger fortsetzen, aber es illustriert schon hinlänglich genug, was ich sagen will.

Alles, was da gesagt wird, erweckt ja den Anschein, dass die es mit mir als einem zu tun haben, der nicht so recht weiß, was er tut, was er sagt und wo seine Grenzen sind.

Das ist aber mitnichten so.

Für mich ist Kommunikation ein totalitäres Empfinden.

Ich kann mir keine gekünstelte Trennung der Kommunikation in nur dürre Worte und Sätze vorstellen!

Auch diejenigen, die am allerstärksten auf ARGUMENTE und FAKTEN pochen, sind Menschen, die von Gefühlen und Instinkten bestimmt werden.

Sie beziehen sich auch oft deshalb auf das Primat der „Argumente und Fakten“, weil sie eigentlich Macht und Kontrolle ausüben wollen.

Sie glauben, dass dies in ihrer Sprache nicht durchscheinen würde.

Es scheint durch, mehr als bei allen anderen.

Totalitäres Empfinden schliesst bei mir im Kommunizieren immer alles ein, ich will angreifen und ich mache mich angreifbar.

Es ist auch das Körperliche miteingeschlossen!

Auch wenn wir auf dieser Plattform mit Hilfe der Sprache und der Schrift kommunizieren, so bleiben bei mir, in meinem Empfinden, immer alle anderen Fäden auch offen und auch bereit, bespielt zu werden.

Und wenn es nur eine Potentialität ist!

Ich liebe es, mit Menschen in Kontakt zu kommen, sie zu sehen und sie zu spüren und mit ihnen das Leben zu feiern.

In jeder erdenklichen Weise.

Das Feiern des Lebens erschöpft sich nicht in Party und Lustig und was weiß ich für welche Tanz!

Das Feiern des Lebens beinhaltet jedes Ereignis, ob ernst, traurig oder lustig, jedes gemeinsame Gespräch, jede Unternehmung, ob auf Bergen oder Stränden, Hütten oder Wäldern oder auch beim letzten Gang auf dem Friedhof.

Wenn ich die Fäden in diese Richtungen offen lasse, dann erlaube ich dem JETZT und der UNMITTELBARKEIT immer den sofortigen Eintritt.

Das und nichts anderes ist der Grund für meine Art der Kommunikation, ich nenne es immer eine Kommunikation, Sprache oder Kontaktnahme von

GANZ HART BIS GANZ ZART.

Und wenn jetzt der Einwand kommt, dass man eben in der Öffentlichkeit, auf einer solchen Plattform ganz besonders höflich zu sein hat, dann kommt von mir die Gegenfrage:

Was ist das denn für eine Höflichkeit, die verordnet werden muß?

Warum kann neben dem gepflegten Rosenbeet im Garten nicht auch eine ganz wilde Hecke mit Stacheln und Ranken ganz genauso unbeschnitten und unbehelligt wuchern und sich ihres Lebens erfreuen?

Zeigen die Maßregler nicht viel mehr ihre eigene Domestiziertheit und Abgeschnittenheit von ihren ureigenen Impulsen her, als dass sie das ungehörige Verhalten eines ungebetenen Totalisten in die Schranken weisen?

Warum kann denn im Orchester die Geige neben der Pauke, der Bratsche , der Klarinette, des Kontrabasses bestehen und alle zusammen ergeben erst so wirklich einen vollen Klangkörper?

Sogar Tschinellen wirken außerordentlich gut, an der richtigen Stelle zum Einsatz gebracht.

LIEBE IST ANGRIFF.

Ich meine das so, wie es hier steht.

Ich mißtraue jedem Liebesgesäusel, welches nur aus Schalmeienklängen besteht.

Deshalb gibt es für mich auf dieser Plattform nicht viel mehr als eine Handvoll von Usern, deren ursprüngliche Authentizität ich wahnsinnig liebe, weil sie nach dem Prinzip „Liebe ist Angriff“ kommunizieren und mit vollem Risiko sich ausliefern und angreifbar machen.

Weil sie keine billigen Allianzen suchen, sondern mit ihrem Wissen einerseits und ihrer Klarheit andrerseits immer auf Kante gehen.

Sie halten sich nicht damit auf, konventionelle Regeln einzumahnen und Anstandswauwau zu spielen.

Sie sind einfach.

Unmittelbar, präsent, klar und direkt, kreativ und witzig.

Ich meine jetzt nicht unbedingt die Schenkelklopferbrigade……..

Die hat natürlich auch ihre Berechtigung.

LIEBE DAS BÖSE GUT.

Ich meine auch das so, wie es da steht.

Das BÖSE gut zu lieben bedeutet auch, dass man es nicht ausschliesst, wegsperrt und durch ein konzeptionelles Getue für eine bessere Welt ersetzt, nein, es bedeutet schlicht und einfach, wenn wir das BÖSE (auch das in uns) wirklich lieben und auch leben lassen, dass dann daraus etwas sehr Gutes wird.

Das ist damit gemeint, ein Umwandlungsprozeß durch Annehmen und Leben und kein Verdrängen und Ausschliessen.

Für konzeptionelle Gutmenschen ist das natürlich ein Horror.

So schnell, wie sie sofort mit dem ausgestreckten Finger immer auf alles zeigen, was auch nur den Anschein erweckt, ihrem Konzept nicht gerecht werden zu können, kann man gar nicht schauen, ist man schon gemeldet, abgeurteilt, ausgeschlossen.

Die moralische Kontrolle und auch die Zensur sind die Produkte dieser Auffassung von Kommunikation und deshalb kommen auch etliche moralinsaure, verklemmte Zurechtweisungen aus dieser Ecke.

Ich werde angreifbar bleiben, ich werde auch kontaktierbar bleiben, und zwar in jeder Hinsicht.

Dazu bin ich viel zu neugierig und alle User, die ich bisher real gesehen und kennengelernt habe, haben mir große Freude bereitet!

Alle – ausnahmslos alle!

Das ist keine leichtfertig dahingesagte Floskel, denn es gibt auch schwierige Momente mit einigen.

Doch das ist die TOTALITÄT DES LEBENS und das RISIKO des Lebens.

Ich weiß sehr gut, dass diese Sicht von KOMMUNIKATION eine Grenzüberschreitung darstellt für viele, es wahrscheinlich auch tatsächlich ist, weil es schlicht und einfach die Konvention verweigert.

Doch was ist ein Leben wert, welches sich selbst nicht immer wieder entäussert und entgrenzt?

Die Kommunikation auf dieser Plattform könnte freier und lebendiger sein, wenn es mehr an totalitärem Empfinden gebe.

Ich bedanke mich zum Abschluß für die gute Handvoll an Usern/innen, die von mir zwar nicht namentlich erwähnt wurden, die ich aber oben schon angesprochen habe, für ihre Präsenz, für ihre Ruppigkeit und Widerborstigkeit und für ihre wikingerhafte Aufrichtigkeit und Direktheit!

BLEIBEN WIR ANGREIFBAR.

 

Quelle: https://www.fischundfleisch.com/pirandello/ich-bin-angreifbar-37998#comment-416816

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